Heizperiode 2026: Ab wann sollte ich die Heizung einschalten?
Der Sommer geht zu Ende, die Nächte werden kühler – und irgendwann stellt sich die Frage: Ab wann sollte die Heizung wieder laufen?
Ein festes Datum gibt es dafür nicht. Zwar gilt die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April allgemein als Heizperiode. Entscheidend sind aber die Temperaturen draußen und der energetische Zustand des Hauses. Ein unsanierter Altbau muss meist deutlich früher beheizt werden als ein modernes Effizienzhaus.
Wer richtig heizt, hält die Wohnung angenehm warm und kann gleichzeitig Energie sparen. Zu wenig zu heizen, ist allerdings keine gute Lösung. Kühlen Räume dauerhaft aus, steigt das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel.
Wann beginnt die Heizperiode?
Als klassische Heizperiode gilt in Deutschland die Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. April. Je nach Wetter kann die Heizung aber schon im September notwendig sein – oder erst deutlich später.
Die Heizperiode ist dabei nicht gesetzlich auf diesen Zeitraum festgelegt. Die Daten haben sich vor allem durch die Rechtsprechung und die Praxis von Vermietern und Hausverwaltungen etabliert.
Für Eigentümer mit eigener Heizungsanlage gilt ohnehin: Sie entscheiden selbst, wann sie ihre Heizung einschalten.
Viel wichtiger als der Kalender ist deshalb die Frage: Wie kalt ist es draußen – und wie schnell verliert mein Gebäude Wärme?
Ab welcher Außentemperatur sollte ich heizen?
Nicht jedes Gebäude muss bei der gleichen Außentemperatur beheizt werden. Ein schlecht gedämmter Altbau kühlt schneller aus als ein modernes Haus.
Als Orientierung können folgende Werte dienen:
| Gebäudetyp | Heizen ab etwa |
|---|---|
| Unsanierter Altbau, Baujahr vor 1977 | 15–17 °C |
| Teilweise sanierter Altbau, 1977–1995 | 14–16 °C |
| Gebäude ab 1995 | 12–15 °C |
| Niedrigenergiehaus | 11–14 °C |
| Passivhaus | 9–11 °C |
Das sind Richtwerte. Auch Dämmung, Fenster, Lage und persönliches Wärmeempfinden spielen eine Rolle.
Wichtiger als eine einzelne kühle Nacht ist die Entwicklung über mehrere Tage. Bleiben die Temperaturen dauerhaft niedrig und kühlen die Räume aus, sollte die Heizung eingeschaltet werden.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Wer die Temperatur an die Nutzung anpasst, kann Energie sparen, ohne auf Komfort zu verzichten.
Als Orientierung gelten:
- Schlafzimmer: 16–18 °C
- Küche: 18–20 °C
- Wohnzimmer: 19–20 °C
- Kinderzimmer: etwa 20 °C
- Bad: etwa 21 °C
Dabei sollte die Wohnung nicht zu stark auskühlen. Besonders in schlecht gedämmten Gebäuden können kalte Oberflächen die Bildung von Kondenswasser und damit Schimmel begünstigen.
Heizung auslassen, um Geld zu sparen?
Bei hohen Energiepreisen klingt es zunächst sinnvoll: weniger heizen, weniger bezahlen. Ganz so einfach ist es aber nicht.
Wer Räume stark auskühlen lässt, riskiert Feuchtigkeit und Schimmel. Bei sehr niedrigen Temperaturen können außerdem Leitungen einfrieren. Komplett auf das Heizen zu verzichten, kann deshalb am Ende teurer werden.
Sinnvoller ist es, die Temperatur gezielt zu reduzieren. Auch kleine Maßnahmen können helfen: Heizkörper sollten nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt sein. Heizungsrohre in unbeheizten Räumen können gedämmt werden. Elektronische Thermostate ermöglichen es zudem, die Temperatur zeitabhängig zu regeln.
Bei einer eigenen Heizungsanlage lohnt sich außerdem ein Blick auf die Einstellungen. Eine falsch eingestellte Heizkurve oder unnötig hohe Vorlauftemperaturen können den Energieverbrauch erhöhen.
Welche Pflichten haben Vermieter?
Vermieter müssen dafür sorgen, dass eine Wohnung ausreichend beheizt werden kann. Das gilt unter bestimmten Umständen auch außerhalb der klassischen Heizperiode.
Welche Temperaturen konkret erreicht werden müssen, ist nicht in einem einzigen Gesetz pauschal festgelegt. Maßgeblich sind unter anderem Mietvertrag und Rechtsprechung. Als häufig genannte Orientierung gelten tagsüber etwa 20 bis 22 °C in Wohnräumen und nachts etwa 18 °C.
Fällt die Heizung aus oder werden angemessene Raumtemperaturen nicht erreicht, sollten Mieter ihren Vermieter oder die Hausverwaltung möglichst schnell über den Mangel informieren.
Welche Pflichten haben Mieter?
Auch Mieter tragen Verantwortung. Sie müssen ihre Wohnung so nutzen, dass keine vermeidbaren Schäden entstehen.
Dazu gehört vor allem, ausreichend zu heizen und richtig zu lüften. Wer eine Wohnung über längere Zeit stark auskühlen lässt, kann Feuchtigkeit und Schimmel begünstigen.
Das gilt auch während längerer Abwesenheit. Im Winter sollte sichergestellt sein, dass die Wohnung nicht so stark auskühlt, dass Leitungen einfrieren oder andere Schäden entstehen können.
So starten Sie richtig in die Heizsaison
Bevor die Heizung wieder täglich läuft, lohnt sich ein kurzer Check. Werden alle Heizkörper gleichmäßig warm? Gluckert es in den Leitungen? Stimmen Uhrzeit und Heizprogramm? Sind Heizkörper frei zugänglich?
Eigentümer sollten außerdem prüfen, wann die Heizungsanlage zuletzt gewartet wurde. Bei älteren Anlagen kann auch eine Optimierung der Einstellungen sinnvoll sein.
Denn beim Heizen gilt: Nicht möglichst wenig heizen, sondern möglichst effizient. Wer Raumtemperaturen bewusst wählt und seine Heizung richtig einstellt, kann Energie sparen, ohne auf ein angenehmes Zuhause zu verzichten.