Pellet-Verbände fordern mehr erneuerbare Wärme: Fokus auf regionale Energie beim Heizen

Die Pellet-Verbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fordern angesichts möglicher neuer Energiekrisen einen stärkeren politischen Fokus auf erneuerbare Wärme. Nach Ansicht der Branchenorganisationen sollte der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen beschleunigt werden, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und stärker auf regionale Energiequellen zu setzen.

Die Verbände – darunter der Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV), proPellets Austria und proPellets.ch – verweisen auf die wachsende Bedeutung von Holzpellets als Heizenergie. In der sogenannten DACH-Region wurden zuletzt mehr als 6,3 Millionen Tonnen Holzpellets produziert. Das entspricht nach Angaben der Organisationen rund einem Drittel der europäischen Gesamtproduktion. Aus ihrer Sicht zeigt dies, dass ausreichend Alternativen zu fossilen Energieträgern vorhanden sind.

Regionale Energie und wirtschaftliche Effekte

Neben der Energieversorgung betonen die Verbände auch wirtschaftliche Aspekte. Pelletheizungen könnten die regionale Wertschöpfung stärken, da sowohl die Brennstoffproduktion als auch die Entwicklung und Herstellung moderner Heiztechnik häufig in der Region stattfindet.

Pelletkessel und Kaminöfen gelten als technisch ausgereifte Heizsysteme, die effizient und mit vergleichsweise geringen Emissionen arbeiten können. Ein Teil der entsprechenden Heiztechnik wird laut Branchenangaben in Deutschland und Österreich entwickelt und produziert.

Preisbildung auf regionalen Märkten

Auch bei den Preisen sehen die Verbände Vorteile. Nach Angaben des DEPV wird der Preis für Pellets vor allem durch Angebot und Nachfrage auf regionalen Märkten bestimmt. Damit sei er weniger von internationalen Rohstoffmärkten oder geopolitischen Krisen beeinflusst als fossile Energieträger wie Öl oder Gas. Gleichzeitig wird die Produktion von zertifizierten Pellets – etwa nach dem ENplus-Standard – in der Region weiter ausgebaut.

Forderungen an die Politik

Die Branchenverbände sprechen sich für klare politische Rahmenbedingungen aus, um den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme zu beschleunigen. Dazu gehören aus ihrer Sicht vor allem langfristige Förderprogramme für den Austausch alter Heizungen, der Verzicht auf neue Anreize für fossile Heizsysteme sowie verbindliche Zeitpläne für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen.

Nach Einschätzung der Verbände kann der stärkere Einsatz regionaler erneuerbarer Energien dazu beitragen, Haushalte langfristig unabhängiger von internationalen Energiekrisen zu machen und gleichzeitig den Umbau der Wärmeversorgung voranzubringen.