Verbände begrüßen Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz – fordern jedoch verlässliche Rahmenbedingungen

Die von der Bundesregierung vorgelegten Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz stoßen bei Branchenverbänden grundsätzlich auf Zustimmung. Sowohl der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) als auch der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) sehen darin einen Schritt hin zu mehr Praxisnähe und geringerer Bürokratie. Zugleich betonen beide Organisationen, dass die konkrete Ausgestaltung im weiteren Gesetzgebungsverfahren entscheidend sein wird.

Mehr Praxisnähe und weniger Bürokratie

Nach Einschätzung des ZVSHK enthalten die Eckpunkte wichtige Ansätze, um die Heizungsmodernisierung in der Praxis besser umsetzbar zu machen. Positiv bewertet der Verband insbesondere den geplanten Abbau bürokratischer Vorgaben, eine stärkere Technologieoffenheit sowie die teilweise Entkopplung von Maßnahmen von der kommunalen Wärmeplanung. Auch die vorgesehene Evaluierung im Jahr 2030 wird als sinnvoll angesehen, um Zielerreichung und Wirkung der Maßnahmen zu überprüfen.

Der BDH sieht in den Eckpunkten ebenfalls einen Schritt zu mehr Praxisnähe. Aus Sicht des Verbandes kann die Reform dazu beitragen, mehr Klarheit für Verbraucherinnen und Verbraucher zu schaffen und die Modernisierung von Heizsystemen wieder stärker voranzubringen. Insbesondere der Abbau bürokratischer Hürden, mehr Flexibilität sowie größere Entscheidungsfreiheit für Eigentümer werden von der Heizungsindustrie positiv hervorgehoben.

Stabilität der Förderpolitik als zentrale Voraussetzung

Beide Verbände betonen die Bedeutung verlässlicher Förderinstrumente. Die zugesagte Finanzierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis mindestens 2028 beziehungsweise 2029 gilt sowohl für das Handwerk als auch für die Industrie als wichtiges Signal.

Der ZVSHK sieht stabile Förderbedingungen als Voraussetzung für Investitionsentscheidungen von Eigentümern und für die betriebliche Planung der Handwerksbetriebe. Auch der BDH hebt hervor, dass langfristige politische Rahmenbedingungen notwendig sind, um Investitionen in neue Technologien zu sichern und Arbeitsplätze in der Branche zu erhalten.

Erwartungen an das weitere Gesetzgebungsverfahren

Neben Zustimmung formulieren beide Verbände auch Erwartungen an die weitere Ausarbeitung des Gesetzes. Der ZVSHK mahnt, dass das Gebäudemodernisierungsgesetz nicht zu neuen Unsicherheiten führen dürfe und klare Leitplanken für die Wärmewende notwendig seien. Für das SHK-Handwerk seien verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend, um Betriebe qualifizieren, investieren und Verbraucher fundiert beraten zu können.

Auch der BDH kündigt an, den Gesetzgebungsprozess konstruktiv begleiten zu wollen. Ziel müsse ein Rahmen sein, der die Modernisierung von Heizsystemen beschleunigt, industrielle Wertschöpfung in Deutschland stärkt und zugleich zur Erreichung der Klimaziele beiträgt.

Beide Verbände sehen die Wärmewende im Gebäudebestand als zentrale Aufgabe der kommenden Jahre. Entscheidend sei nun, dass das geplante Gesetz praxistaugliche Regeln schafft und Investitionen in moderne Heiztechnologien verlässlich unterstützt.